Flower Power - die Bewegung

In der Flower-Power-Ära etablierte sich ein eigener Musik- und Kleidungsstil. Manche Männer und Frauen trugen wallende Batikgewänder mit bunten Farben und zumeist die so genannten Jesuslatschen an den Füßen. Beliebt waren auch Gegenstände wie Geruchskerzen, Räucherstäbchen, Lavalampen, etc.

Hippies schmückten sich zum Zeichen für Frieden und Liebe mit Blumen, einem Attribut, das die Modeindustrie bald verwertete und damit gesellschaftsfähig machte. Sie wurden daher auch „Blumenkinder“ genannt. Männer wie Frauen trugen lange Haare. „Freie Liebe“ und freier Umgang mit Drogen setzten sich durch.

 
 

Flower Power - die Musik

Die psychedelische Musik, neben Folk der dominante Musikstil der Hoch-Zeit der Hippies in den späten 1960ern, war durch den Drogengenuss der Musiker geprägt und stark beeinflusst. Das populärste Lied, das direkt auf den Ursprung dieser Kultur und die Blumen Bezug nahm und zur Hymne dieser Zeit avancierte, war der Hit "San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)" von Scott McKenzie, der 1967 weltweit zum Nummer-Eins-Hit wurde.

Auch „All You Need Is Love“ von den Beatles definierte musikalisch diese Zeit (siehe Flower Power Clips).

Das „Monterey Pop Festival“ im Sommer 1967 wurde zum ersten großen transatlantischen Flower-Power-Großevent.


Artwork Monterey Pop Festival

Ein berühmt gewordener musikalischer Höhepunkt, der zugleich auch den Beginn der Endphase der nicht kommerzialisierten Hippiebewegung einleitete, war das inzwischen legendäre Festival „Woodstock“. Geradezu stellvertretend für die Hippie-Ära steht das Musical „Hair“, das das „Zeitalter des Wassermannes“ ankündigte („Aquarius – Let The Sunshine In“, zum Hit geworden von „The 5th Dimension“).

Gerade "Hair" wurde und wird von dem allergrößten Teil der Hippies allerdings als zu klischeehaft und zu kitschig betrachtet.

Die Hippieszene ist musikalisch vielfältig. Die Musikrichtungen reichen von diversen Spielarten der Rockmusik, wie Folk, Space Rock, Jazz Rock, Bluesrock und anderen progressiven Richtungen über Naturmusik bishin zu Psychedelic Trance und Progressive Trance, Weltmusik und Reggaeeinflüssen. Generell wird auf eine harmonische, friedliche Stimmung geachtet.

Das musikalische und melodiös eingängigste Paradebeispiel, welches die Emotionen und Auswüchse dieser Ära einfängt, ist wohl das 1967 erschienene Album „Sgt.Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ der Beatles. Das Album war ein Gesamtkunstwerk, das Lebensfreude und neuen Zeitgeist ankündigte: „...a splendid time is guaranteed for all.“.

Mit ihrer Kommerzialisierung kam es zum Niedergang der Hippiebewegung Ende der 60er, Anfang der 70er. Heutzutage gibt es im Zuge der Retro-Kultur wieder Hippies, die ihren historischen Vorbildern nacheifern. Es geht dabei nicht um einen Retrokult, sondern um ein Wiederaufleben alternativ-experimenteller Lebensweise. Die neuen (Neo-)Hippies sind Anhänger einer philosophischen Strömung, das Wort „Hippie“ sehen sie als weltanschaulichen und nicht zeitgebundenen Begriff. Der Kern der Hippiephilosophie ist totaler, freiheitlicher, pazifistisch-sozialer, toleranter Individualismus.